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Laktoseintoleranz: Test und Diagnosemöglichkeiten

Sie leiden nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten unter Bauschmerzen, Blähungen oder Völlegefühl? All das sind typische Laktoseintoleranz-Anzeichen, klassische Symptome, die auf eine mögliche Unverträglichkeit gegenüber Laktose hinweisen. Nur der Gang zum Arzt bringt Ihnen Klarheit. Durch eine gezielte Anamnese und verschiedene Diagnosemöglichkeiten kann der Arzt eine Laktoseintoleranz sicher diagnostizieren. Erfahren Sie bei uns, welchen Laktoseintoleranz-Test Sie selber machen können und mit welchen Mitteln Ihr Arzt eine Laktoseintoleranz feststellt.

Laktoseintoleranz-Test für zu Hause

Bei der Frage, ob Sie möglicherweise an einer Unverträglichkeit gegenüber Laktose leiden, kann Ihnen unser Laktoseintoleranz-Test weiterhelfen. Dieser Schnelltest ist für eine erste Einschätzung hilfreich. Bei positivem Ergebnis könnte eine Laktoseintoleranz vorliegen, muss aber nicht. Sie sollten auf jeden Fall immer einen Arzt aufsuchen und mit ihm Ihre Vermutung besprechen.

Beantworten Sie folgende Fragen mit Ja oder Nein und finden Sie heraus, ob Sie eventuell an einer Laktoseintoleranz leiden.

Es besteht der Verdacht einer Laktoseintoleranz!

Es besteht der Verdacht einer Laktoseintoleranz. Dieser Verdacht sollte unbedingt medizinisch diagnostiziert werden. Suchen Sie also Ihrem Arzt auf und klären Sie die weitere Vorgehensweise. Außerdem empfiehlt es sich, kurzfristig die Ernährung umstellen: Verzichten Sie dabei möglichst auf laktosehaltige Produkte und steigen Sie auf laktosefreie Alternativen um. In unserem Kapitel „Laktosefrei leben“ können Sie nachlesen, auf was Sie achten sollten.

Haben Sie alle Fragen mit „Nein“ beantwortet, besteht bei Ihnen höchstwahrscheinlich keine Laktoseintoleranz.

Sollten Sie dennoch Beschwerden haben, empfehlen wir Ihnen sich an einen Arzt zu wenden.

Selbstbeobachtung - Laktosefreie „Diät“

Zusätzlich zu dem Laktoseintoleranz-Test können Sie durch eine gezielte laktosefreie „Diät“ Ihre Vermutung noch weiter untermauern. Zunächst verzichten Sie für ungefähr zwei bis vier Wochen auf alle laktosehaltigen Lebensmittel. Achtung: Laktose „versteckt“ sich oft auch in Lebensmitteln, von denen es nicht erwartet wird, wie z.B. Brot, Wurst, Fertigprodukte. Hier hilft ein Blick auf die Zutatenliste. Während dieser Auslassphase sollten Sie auf Folgendes achten: Verändern sich Ihre Beschwerden? Werden Ihre Symptome besser oder gehen sie sogar ganz weg? Sind Sie nach mehreren Wochen ohne Laktose beschwerdefrei und zudem treten nach dem erneuten Verzehr von laktosehaltigen Lebensmitteln wieder die typischen Probleme auf, so weist dies sehr stark auf eine Laktoseintoleranz hin. Aber auch in diesem Fall gilt: Zur eindeutigen Diagnosestellung müssen Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Wir empfehlen, während der Selbstbeobachtung auch ein Ernährungs- und Symptomtagebuch zu führen. Notieren Sie in dieser Zeit alle verzehrten Lebensmittel und schreiben Sie die eventuell auftretenden Beschwerden auf. Dies hilft Ihnen und Ihrem Arzt bei der Beurteilung Ihrer Beobachtungen.

Sollte sich herausstellen, dass Sie nicht unter einer Laktoseintoleranz leiden, so kann das Ernährungs- und Symptomtagebuch Auskunft über mögliche andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie z.B. eine Fruktosemalabsorption oder Histaminunverträglichkeit geben.

Die Diagnose beim Arzt

Ihre Beobachtungen bestärken Sie in der Vermutung, an einer Laktoseintoleranz zu leiden? In diesem Fall sollten Sie dies immer mit Ihrem Arzt besprechen. Er kann mit Hilfe verschiedener Diagnoseverfahren Ihre Vermutung in der Regel eindeutig bestätigen oder zumindest bekräftigen.

H2-Atemtest

Heutzutage gilt der sogenannte H2-Atemtest, auch Wasserstoff-Atemtest genannt, als „Gold Standard“ für die Diagnose der Laktoseintoleranz. Er kann u. a. aber auch zur Diagnose verschiedener anderer Nahrungsmittelunverträglichkeiten herangezogen werden, wie z.B. der Fruktosemalabsorption. Bei diesem Test misst der Arzt den Wasserstoffgehalt (H2) Ihrer Ausatemluft. Anhand der Messergebnisse kann er beurteilen, ob eine Nahrungsmittelunverträglichkeit z.B. gegenüber Laktose, vorliegt.

Wie läuft der H2-Atemtest ab?

Zur Durchführung des Tests müssen Sie generell nüchtern erscheinen, d.h. Sie dürfen im Vorfeld nichts essen und außer Wasser nichts trinken. In der Regel bekommen Sie bei der Terminvergabe zum H2-Atemtest ein Merkblatt mit wichtigen Informationen, die Sie zur Untersuchung beachten müssen. Sie sollten etwas Zeit mitbringen, denn der Test dauert meist ca. 2 Stunden. Zunächst wird Ihr Wasserstoffgehalt im nüchternen Zustand gemessen. Dazu pusten Sie in ein spezielles Messgerät – ähnlich wie bei einem Alkoholtest. Anschließend trinken Sie eine Laktoselösung. In bestimmten Zeitabständen, in der Regel alle 30 Minuten, pusten Sie immer wieder erneut in das Messgerät. Steigt Ihr Wasserstoffgehalt in der Atemluft über einen bestimmten Wert an, und bei Ihnen treten die typischen Laktoseintoleranz-Anzeichen wie Blähungen und Völlegefühl oder Durchfall auf, so liegt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Laktoseintoleranz vor.

Der H2-Atemtest ist insgesamt unkompliziert durchzuführen und für Sie als „Patient“ wenig belastend. Einziger Nachteil: Wenn Sie laktoseintolerant sind und die erforderliche Laktoselösung trinken, so treten in der Regel auch die typischen Beschwerden auf.

Wieso gibt der Wasserstoffgehalt in der Atemluft Auskunft für eine Laktoseintoleranz?

Laktoseintolerante Personen produzieren das Enzym Laktase nicht mehr ausreichend, sodass die mit der Nahrung aufgenommene Laktose ungespalten in den Dickdarm rutscht. Die im Dickdarm lebenden Bakterien vergären die Laktose, wobei Gase entstehen – so auch Wasserstoff. Der gebildete Wasserstoff wandert durch die Darmwand, wird mit dem Blut zur Lunge transportiert und schließlich abgeatmet. Wie viel Wasserstoff eine Person ausatmet, lässt sich ganz einfach mit Hilfe des speziellen Messgerätes bestimmen. Da der gesunde Mensch nüchtern und in Ruhe keinen Wasserstoff bildet, deutet ein gemessener H2-Anstieg immer auf eine bakterielle Vergärung hin. Im Falle eines Laktoseintoleranz-Tests muss der Wasserstoff aus der bakteriellen Vergärung von Laktose stammen.

Die Ergebnisse des H2-Atemtests

Im Anschluss an die Untersuchung interpretiert der Arzt die gemessenen Werte. So kann er in der Regel eine Laktoseintoleranz eindeutig feststellen oder ausschließen. Der H2-Atemtest erfasst sowohl die primäre als auch die sekundäre Formen der Laktoseintoleranz, aber er kann nicht zwischen Ihnen unterscheiden. 

Laktosetoleranz-Test mit Blutzuckerbestimmung

Eine weitere Methode, um die Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker festzustellen, ist der sogenannte Laktosetoleranz-Test mit Blutzuckerbestimmung.

Durchführung des Laktosetoleranz-Tests mit Blutzuckerbestimmung

Zur Durchführung des Tests müssen Sie generell nüchtern erscheinen, d.h. Sie dürfen im Vorfeld nichts essen und außer Wasser nichts trinken. Der Arzt bestimmt als erstes Ihren Blutzuckerspiegel. Wie bei dem H2-Atemtest auch, muss bei diesem Laktoseintoleranz-Test eine Laktoselösung getrunken werden. Anschließend nimmt Ihnen der Arzt in bestimmten Zeitabständen Blut ab – gewöhnlich über einen kleinen Pieks in den Finger. Steigt Ihr Blutzuckerspiegel nicht an, so liegt bei Ihnen sehr wahrscheinlich eine Laktoseintoleranz vor. Aufgrund der Blutentnahme wird dieser Test im Vergleich zum H2-Atemtest als unangenehmer empfunden.

Wieso gibt der Blutzuckerspiegel Auskunft über eine mögliche Laktoseintoleranz?

Normalerweise wird die Laktose im Dünndarm in ihre beiden Bestandteile Glukose und Galaktose gespalten. Die Glukose wird dann ganz normal ins Blut aufgenommen, was zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels führt. Bei laktoseintoleranten Personen wird die Laktose nicht aufgespalten, folglich entsteht auch keine Glukose, sodass auch der Blutzuckerspiegel nicht ansteigt.

Ergebnisse des Laktosetoleranz-Tests mit Blutzuckerbestimmung

Anhand der gemessenen Blutzuckerwerte kann Ihr Arzt eine Laktoseintoleranz feststellen. Aber: Wie der H2-Atemtest auch, kann auch dieser Test nicht zwischen sekundärer und primärer Form unterscheiden.

Wichtig: Bei Diabetikern ist dieser Test nicht aussagekräftig und sollte daher auch nicht durchgeführt werden.

Gentest

Die Entstehung einer primären Laktoseintoleranz ist genetisch reguliert. Mit Hilfe eines Gentests kann überprüft werden, ob bei Ihnen eine genetische Veranlagung für eine Laktoseintoleranz besteht.

Ähnlich wie bei einem Vaterschaftstest wird entweder ein Wangenabstrich genommen oder eine Blutprobe. Ein spezielles Labor überprüft dann, ob Ihre Gene die entsprechende Veranlagung tragen.

Der Gentest kann nur die primäre Form der Laktoseintoleranz feststellen, nicht aber die sekundäre Form. In der Routinediagnostik wird er in der Regel nicht eingesetzt.

Der Arztbesuch bringt Gewissheit

Sie sollten Ihren Verdacht auf Laktoseintoleranz auf jeden Fall immer ärztlich abklären lassen. Die Laktoseintoleranz könnte z.B. auch Folge einer anderen Darmerkrankung sein. Nur eine eindeutige Diagnose ermöglicht es, die Verdauungsprobleme durch gezielte Maßnahmen in den Griff zu bekommen. Ihr Arzt kann mit Hilfe Ihrer Beobachtungen und den diagnostischen Möglichkeiten eine Laktoseintoleranz einfach und sicher diagnostizieren. Angst brauchen Sie vor der Untersuchung nicht zu haben. Je nach Untersuchungsmethode können zwar die typischen Verdauungsprobleme auftreten – aber danach haben Sie endlich Gewissheit.

Häufige Fragen zu der Diagnose von Laktoseintoleranz

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Wer kann die Diagnose stellen?

Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt. Häufig kann auch er einen Test auf Laktoseintoleranz durchführen oder er überweist Sie zu einem Facharzt.

Welche Testverfahren gibt es?

Zur Feststellung der Laktoseintoleranz gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sollten Sie bei sich eine Laktoseintoleranz vermuten, so sprechen Sie auf jeden Fall ihren Arzt darauf an. Als Goldstandard zählt in der Medizin der sogenannte H2-Atemtest. Aber auch ein Bluttest oder ein Gentest können durchgeführt werden.

Wie läuft der Wasserstoffatemtest ab?

Zur Durchführung des Tests müssen Sie zunächst eine Laktoselösung trinken. Danach wird in bestimmten Zeitabständen der Wasserstoffgehalt in Ihrer Ausatemluft gemessen. Dazu pusten Sie in ein spezielles Messgerät. Der Test dauert in der Regel ca. 2 Stunden.

Der H2-Atemtest ist insgesamt einfach und unkompliziert durchzuführen und für Sie als „Patient“ wenig belastend – Sie müssen also keine Angst haben. Einziger Nachteil: Wenn Sie laktoseintolerant sind und die erforderliche Laktoselösung trinken, so treten in der Regel auch die typischen Beschwerden auf.

Was müssen Sie beim Wasserstoffatemtest beachten?

In der Regel bekommen Sie im Vorfeld von Ihrem Arzt ein Merkblatt mit Hinweisen welche Punkte Sie zur Untersuchung beachten müssen. Zum Beispiel müssen Sie zur Durchführung des Tests generell nüchtern erscheinen, d.h. Sie dürfen im Vorfeld nichts essen und außer Wasser nichts anderes trinken.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Wasserstoffatemtest?

In der Regel übernehmen Krankenkassen die Kosten für einen Wasserstoffatemtest. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an.